Measure NAP IC 21

Sensibilisierung und Schulung von Fachpersonen für die Zugänglichkeit von Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie die spezifischen Bedürfnisse von Opfern von Gewalt mit Behinderungen

3.C.II.21. Sensibilisierung und Schulung von Fachpersonen für die Zugänglichkeit von Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie die spezifischen Bedürfnisse von Opfern von Gewalt mit Behinderungen

Le informazioni sulle misure sono disponibili in tedesco o francese

Content

Menschen mit Behinderung gehören zur Bevölkerungsgruppe mit einem überdurchschnittlich grossen Gewaltrisiko. Gemäss verschiedenen internationalen Studien sind sie häufiger den verschiedenen Gewaltformen ausgesetzt und erleiden zudem spezifische Gewalt, insbesondere, wenn sie im Alltag auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Sie können auch selber Gewalt ausüben, sei es aufgrund einer Behinderung oder nicht. In jedem Fall haben sie besondere Bedürfnisse beim Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten im Zusammenhang mit Gewalt. Diese Bedürfnisse betreffen sowohl materielle Aspekte (Zugänglichkeit von Beratungsräumlichkeiten oder Informationsmaterial) als auch immaterielle Aspekte (Zugang auch mit Begleitperson, was erfordert, dass die Fachperson der Beratungsstelle für das Thema Behinderung sensibilisiert ist und weiss, welche Angebote es für diese Betroffenengruppe gibt und an welche Fachstellen sie gegebenenfalls weiterverwiesen werden können, sowie fähig ist, mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen vorurteilsfrei und ohne unangemessene Verhaltensweisen [Infantilisierung, übermässiger Schutz usw.] zu kommunizieren). Die bestehenden Angebote und Fachpersonen sind nicht ausreichend darauf vorbereitet, diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Frauen mit Behinderungen sind aufgrund der Häufung mehrerer benachteiligender Faktoren (Intersektionalität) besonders gefährdet und weisen spezifische Bedürfnisse auf. 

Objective

2026 sind Massnahmen ergriffen zur Verbesserung der Zugänglichkeit zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Opfer von Gewalt und zur Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten.

Responsible(s)

Federal Bureau for the Equality of People with Disabilities FBED, Federal Department of Home Affairs FDHA, Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK

Partner(s)

Kantone, BJ (BJ über die Finanzhilfen spezifisch für Ausbildung von Opferhilfefach­personen)

Status

In Progress

Implementation status

2024: Austausch SODK/EBGB zum Thema hat stattgefunden.

2026: Online-Hilfsmittel zur Gestaltung barrierefreier Beratungsangebote (erste Version «Barrierefreie Beratungsangebote – Informationen und Selbsttest») steht als Sensibilisierungs- und Hilfsmittelinstrument zur Verfügung.

2026: Weiterführung der Sensibilisierungsarbeiten in geeigneten Gefässen (z.B. Aus- und Weiterbildung im Opferhilfebereich) in Abstimmung mit den relevanten Partnern; Erkenntnisse aus kantonalen Arbeiten zu Meldemechanismen können – soweit passend – berücksichtigt werden.

2026: Rechtsgutachten «Häusliche Gewalt in Institutionen für Menschen mit Behinderungen» (Februar 2025) wird mit interessierten Kreisen sowie den involvierten Stellen des Bundes diskutiert; der Handlungsbedarf wird evaluiert.

Key Milestones / Timeline

Ende 2022: Formulieren konkreter Vorschläge zur besseren Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung in Hilfs- und Unterstützungsangeboten.

2024: Austausch SODK/EBGB: Die SODK sondiert mögliche Gefässe, die sich für Sensibilisierungsarbeiten eigenen (CAS Opferhilfe, Praxisausbildung 24/7-Hotline).

Sommer 2026: Das Online-Hilfsmittel zur Gestaltung barrierefreier Beratungsangebote und Informationen ist verfügbar. Das Hilfsmittel erleichtert die zielgruppengerechte Information und Beratung von gewaltbetroffenen Personen mit Behinderungen durch Beratungsstellen und Schutzangebote. Das Online-Hilfsmittel ist zugleich ein wichtiges Instrument zur Sensibilisierung und Schulung von Fachpersonen.

Ende 2026: Opferhilfefachpersonen sind sensibilisiert für das Thema der Zugänglichkeit von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderungen und speziell für Frauen mit Behinderungen, die von Gewalt betroffen sind (als Opfer oder als Gewaltausübende). Es besteht ein Weiterbildungsangebot zu diesen Aspekten, das den Fachpersonen bekannt ist.

Ende 2025 bis Nov. 2027: EBGB beteiligt sich an vorbereitenden Arbeiten im Kontext der Nationalen Fachtagung Gewalt an Menschen mit Behinderungen – Prävention und Intervention vom 4. November 2027, organisiert von der Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung Limita.


Existing Legal Bases

OHG
BehiG
UN-BRK

Legal Bases to be Created

Nein

Indicators / Quantitative Objectives

Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 20.3886 Roth wurde am 16.6.2023 veröffentlicht.
4. November 2027: Nationale Fachtagung Gewalt an Menschen mit Behinderungen – Prävention und Intervention
Rechtsgutachten «Häusliche Gewalt in Institutionen für Menschen mit Behinderungen» (Februar 2025)

Other Foundations

Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 20.3886 Roth 16.6.2023.
Erster Staatenbericht der Schweiz vom 18. Juni 2021 zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Alternativbericht der Zivilgesellschaft, Hg. Netzwerk Istanbul Konvention, Juni 2021.

Resources

Innerhalb der bestehenden Mittel.


Area of Action

Gender-specific violence NAP IC: Thematic Priority II. Basic and continuing training for professionals and volunteers

To what extent are the cantons, cities, or communes affected by the measure?

Die Kantone sind in ihrer Zuständigkeit für die Opferhilfe-Beratungsstellen direkt betroffen.